Mü76-Automat-XY-originalMü76-Automat-XY-neuDa für diesen Telefonautomaten trotz intensiver Suche leider keine Unterlagen mehr aufzutreiben waren, der Apparat aber nicht mehr fehlerfrei funktionierte (an einer bestimmten Höhe des Kredites funktionierte die Auszahlung nicht mehr und das Gerät hat sich ab diesem Punkt während der Auszahlung in einer Endlosschleife "verzettelt"), musste ich die komplette große Steuerplatine (Abbildung links) ersetzen bzw. neu entwickeln. Herausgekommen sind dabei zwei kleine 10x5cm große Platinen die im Prinzip das gleiche (und sogar noch mehr) "können" wie die originale Platine auch (Abbildung rechts).

Da ich aber den Apparat dennoch soweit wie möglich im Originalzustand belassen wollte und die sonst noch vorhandenen Platinen weiterverwenden wollte, war es notwendig das Gerät komplett zu "reingenieren". Dies geschah dahingehend, dass alle Platinen (ausgenommen die ganz große) zuerst eingescannt und dann mittels dem Platinenentwicklungsprogramm sPrint von Abacom die Platine nachgezeichnet wurde. Danach habe ich von der so gezeichneten Platine zurück mit dem Schaltplanentwicklungsprogramm sPlan von Abacom die Schaltung "zurück gezeichnet". Schließlich hatte ich auch noch die Kabelform mit allen an ihr angeschlossenen Bauteilen "durchgeklingelt" um die Schaltungen vervollständigen zu können. Dies und der Umstand, dass ich derartige Automaten vor gut 25 Jahren selbst entstörte, half mir dann bei der Entwicklung der beiden neuen Platinen die hier dann in Anlehnung an das ursprüngliche Bezeichnungssystem Platte X und Platte Y genannt wurden. Die ebenfalls hinzugekommene Platte Z ist nur für die Konfiguration und Test des Gerätes notwendig und enthält nur einen Drehimpulsgeber mit Taste, drei LEDs für diverse Statusanzeigen (CPU läuft, TAX-Impuls (Gebührenimpuls) und Kassierung) sowie einer Siebensegmentanzeige welche im wesentlichen für Gerätetests und dessen Konfiguration benötigt wird.

Alle anderen enthaltenen Platinen wie die für die Stromversorgung (Platte Q), Anbindung an die Telefonleitung (Platte W) und die Guthabenanzeige (Platten U für die 7-Segmentanzeige und V für deren Logik) konnten belassen werden mussten aber natürlich in der Schaltung und der Software entsprechend berücksichtigt werden. Dies hatte den Vorteil, dass im Prinzip nur "eine" Platine, welche in Wahrheit aus ursprünglich sechs später aber nur mehr fünf Einzelplatinen auf der Vorderseite (Platten A bis F wobei irgendwann eben später die Platten C und D durch die nun nicht mehr funktionierende Platte mit CPU ergänzt oder verbessert wurde) und noch einer seinerzeit nachträglich hinzugekommen weiteren Platine (Platte G) welche dem damals leider aufgekommen "Piezo-Effekt" (man konnte mit einem Piezo-Feuerzeug Guthaben aufbuchen und somit kostenlos Gespräche führen) unterdrückte, auf der Rückseite besteht. Auch die Kabelform konnte im Original bestehen bleiben. Ursprünglich funktionierte das Gerät mit reiner IC-Logic ganz ohne einem Microprozessor.

Für die Stromversorgung wird, wie im Original auch, noch ein Netztrafo benötigt (24Vac/2.5A). Die neue Schaltung ist (einen verbauten 12V Akkumulator vorausgesetzt, der originale Akku hatte 24V und müsste bei entsprechender Verwendung auch mit diesem Spannungswert verbaut werden) sogar in der Lage den Apparat komplett vom Netz zu trennen wenn dieser nicht benötigt wird. Diese Variante ist aber bei Verwendung als reines Münztelefon nicht zweckmäßig. Da wird der Apparat (auch früher schon) ständig mit Strom versorgt.

Die Änderung mit Akkumulator ist nur notwendig wenn man den Apparat als MP3-Jukebox verwenden möchte. Dann wird erst beim Abheben des Handapparates das Gerät mit Strom versorgt und zeitverzögert nach dem auflegen die Stromversorgung wieder abgeschaltet und das Gerät selbst sowie auch der Netztrafo vom Netz getrennt.

Als Besonderheit wurde diesem Automaten noch ein MP3-Player als Platte-M(2) (die ursprünglich von mir entwickelte Platte M(1) konnte noch die wichtigsten Hörzeichen selbst erzeugen, während die Platte M(2) diese als MP3-Dateien benötigt) hinzugefügt der mittels (hier) vierziffriger Wahl (dies ist frei definierbar zwischen zwei bis neun-Ziffern) über 4000 MP3-Dateien (bei Verwendung eines 16Gbyte USB-Stick) und über ein vMusic-MP3-Modul gesteuert wird, abspielt.

Diese hier erwähnte Platte-M2 (nur diese kann auch ohne 12V Akku nur mit 5Vdc versorgt werden!) kann vollkommen unabhängig vom Automaten, also eigenständig,  betrieben werden um diese z.B. für andere Automaten oder nur gewöhnliche Telefonapparate zu verwenden.

Der USB-Stick benötigt jedenfalls auch einige Hörzeichen-Dateien als MP3 die dem Projekt aber auch beigefügt sind. Hier die Hörproben dazu:

Hörproben der beigelegten Hörzeichen
_ANK.MP3 Anklopfen Play Sound
_AUF.MP3 Aufschalten Play Sound
_BZG.MP3 Gassenbesetzt Play Sound
_BZN.MP3 Besetzt Play Sound
_PRT.MP3 Payphonerecognitiontone Play Sound
_SIT.MP3 Sonderinformationston (kein Anschluss) Play Sound
_WZN.MP3 Wählaufforderungston Play Sound
_WZS.MP3 Wählaufforderungston (Service) Play Sound

Im wesentlichen kann der Apparat mit der nun neuen Software neben der (damals vor allem im öffentlichen Raum anzutreffenden Automaten) üblichen Kassierung erst nach betätigen des Zahlknopfes (selbstverständlich kann man dann aber nicht ewig telefonieren) auch auf sofortige Kassierung umgestellt werden (nannte sich damals Mietmünzer, beinhaltete einen anderen Platinensatz und wurde im wesentlichen nur an Privatpersonen vermietet). Ebenso kann der Wert eines TAX-Impulses und der davon abhängige Mindesteinwurf eingestellt werden. Die genaue Beschreibung der Hardware (Platten X, Y, Z sowie M sind dem beigefügten Quellcode für deren jeweilige Firmware zu entnehmen!

Hier noch die Bestückungspläne als Auszug, die beigefügte PDF-Datei enthält alle Schaltpläne sowie die Platinenlayouts.

Bestückung-Platte-M Bestückung-Platte-M2 Bestückung-Platte-N

Bestückung-Platte-X Bestückung-Platte-Y Bestückung-Platte-Y Löt Bestückung-Platte-Z

   
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